Magnesium – Magnesiummangel beheben – Ratgeber

Magnesiummangel kann fatale Folgen haben. In unserem Ratgeber erfährst du, wie du diesen Mangel beheben kannst. Magnesium kommt aufgrund seiner Reaktionsfreudigkeit in der Natur selten in reiner Form vor. Es findet sich zu etwa 2 % im pflanzlichen Chlorophyll und zu 1 % im Meerwasser.

Lebensmittel mit Magnesium

Beim Menschen kommt es vor allem in den Knochen, den Zähnen, den Muskeln und den Zellen vor. Das Mineral ist an Signalübertragung im Gehirn, an der Energiegewinnung und an der Mineralisierung der Knochen beteiligt. Der Mensch speichert als Erwachsener in der Regel etwa 20 mg dieses Minerals in seinen Zellen. Er ist nicht in der Lage, selber Magnesium zu produzieren. Im Normalfall nimmt er Magnesium in ausreichendem Umfang über die Nahrung auf. In besonderen Situationen kann jedoch ein erhöhter Bedarf an Magnesium entstehen.

Die Aufgaben von Magnesium

Magnesium ist an vielen Prozessen innerhalb des menschlichen Körpers beteiligt. Dazu gehören neben vielen Enzymreaktionen der Energiestoffwechsel, der Proteinstoffwechsel, der Calcium- und Kaliumstoffwechsel sowie der Fett- und Kohlehydratstoffwechsel. Es spielt für die Stabilität der Knochen eine wichtige Rolle, denn es sorgt bei Knochen und Zähnen für Stabilität. Es reguliert den Herzschlag und ist für eine normale Herz- und Nierenfunktion unentbehrlich.

Magnesium ist zuständig für die Übertragung von Signalen innerhalb der Nervenzellen sowie zwischen den Nerven- und Muskelzellen. Durch eine bessere Weiterleitung dieser Signale kann Magnesium die Entstehung von Migräneanfällen verhindern. Es kontrolliert zusammen mit Calcium in den Muskeln den Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung. Calcium ist für die Muskelanspannung zuständig, und Magnesium für die Entspannung. Über die Steuerung der Erregbarkeit der Nerven verhindert Magnesium den weiteren Zustrom von Calcium, was dazu führt, dass die Erregbarkeit der Nerven wieder nachlässt und die Muskeln sich auf diese Weise wieder entspannen können. Dies ist für das abendliche Einschlafen förderlich

Aufgrund seiner entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften hat Magnesium im menschlichen Körper Einfluss auf chronische Entzündungsprozesse, wie Arthritis, Arteriosklerose, Diabetes, Darmleiden oder Multiple Sklerose. Es hilft, den Blutdruck zu regulieren, und verringert dadurch das Risiko von Bluthochdruck, Herzinfarkt, Thrombosen, und Schlaganfällen. Darüber hinaus unterstützt das Mineral die Speicherung und Freisetzung von Hormonen wie Insulin, und ist an der Produktion von Serotonin beteiligt. Die positiven Auswirkungen auf den Hormonhaushalt helfen beispielsweise bei der Therapie von Impotenz.

Magnesium hat noch weitere positive Eigenschaften. Es leitet Gifte aus dem Körper aus und unterstützt die Wirkung von Vitamin C. Es schützt den Herzmuskel vor Stress und ist in den Mitochondrien an der Energieproduktion beteiligt. Über eine Förderung der Gedächnisleistung und eine Senkung des Demenzrisikos liegen leider noch keine gesicherten Nachweise vor.

In welchen Lebensmitteln ist Magnesium enthalten?

Hier stehen Nüsse und Getreide an erster Stelle, gefolgt von verschiedenen Obst- und Gemüsearten. Hier die wichtigsten Magnesiumlieferanten mit dem Gehalt pro 100 Gramm:

Weizenkleie 550 mg
Sonnenblumenkerne 420 mg
Kürbiskerne 402 mg
Leinsamen 350 mg
Sesam 347 mg
Mohn 333 mg
Getreide Amaranth 308 mg
Cashewnüsse 292 mg
Pinienkerne 291 mg
Mandeln 218 mg
Hirse 170 mg
Erdnüsse 160 mg
Paranüsse 160 mg
Naturreis mit Schale 157 mg
Haselnüsse 155 mg
Buchweizen 152 mg
Haferflocken 134 mg
Walnüsse 130 mg
Linsen getrocknet 129 mg
Sojabohnen getr. 120 mg
Erbsen getrocknet 118 mg
Banane getrocknet 110 mg
Feige getrocknet 90 mg
Spinat 62 mg

Reines Kakaopulver enthält in 100 g erstaunliche 545 mg Magnesium. Eine 100g-Tafel Zartbitterschokolade kann es auf 150 mg Magnesium bringen. Auch in Milchprodukte und Fleisch findet sich das Mineral in kleineren Mengen. Magnesiumhaltiges Mineralwasser liefert immerhin noch 50 mg pro Liter. Magnesium ist auch in hartem Leitungswasser enthalten. Isotonische Sportgetränke enthalten nur wenig Magnesium, dafür aber viel Zucker. Sie können auch erst nach Beendigung des Trainings wirken, da dem Körper während des Sports keine Ressourcen für die Verdauung zur Verfügung stehen.

Magnesiummangel

Nur 30 – 50 % des eingenommenen Magnesiums werden vom Körper tatsächlich aufgenommen. Der Umfang wird auch durch die Zusammensetzung der Nahrung beeinflusst. Die häufigere Zufuhr von kleinen Mengen verbessert in diesem Zusammenhang die Aufnahme.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) geht von einem Tagesbedarf von Frauen ab 300 mg und Männern ab 350 mg aus. Die Werte beziehen sich jeweils auf gesunde Menschen. Schwangere Frauen benötigen 310 mg und stillende Frauen 390 mg. Ein Mehrbedarf kann beispielsweise durch Leistungssport oder Stress entstehen. Neben Alter, Gewicht, Geschlecht und Größe bestimmt auch der Lebenswandel den Bedarf.

Als Tagesbedarf von Kindern und Jugendlichen nennt die DGE folgende Werte:

1 – 4 Jahre 80 mg

4 – 7 Jahre 120 mg

7 –10 Jahre 170 mg

10 – 13 Jahre 230 mg für Jungen, 250 mg für Mädchen

13 – 15 Jahre 310 mg

15 – 19 Jahre 400 mg für Männer, 350 mg für Frauen

19 – 25 Jahre 400 mg für Männer, 310 mg für Frauen.

Für einen begrenzten Zeitraum ist der Körper in der Lage, einen Mangel an diesem Mineral durch Zugriff auf die in den Knochen gespeicherten Reserven auszugleichen. Bei dauerhafter Unterversorgung können Schäden an Knochen und Zähnen die Folge sein. Magnesiummangel äußert sich durch Muskelkrämpfe, vor allem in den Waden. Weitere mögliche Symptome:

• Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Schwächegefühl, Teilnahmslosigkeit

• Appetitlosigkeit

• Kopfschmerzen und Migräne

• Rückenschmerzen, Nackenstarre

• Erbrechen

• Verdauungsprobleme (Durchfall, Verstopfung)

• innere Unruhe, Angstzustände depressive Zustände

• Herzrhythmusstörungen, Herzrasen

• Durchblutungsstörungen

• Muskelzuckungen und Muskelkrämpfe, Wadenkrämpfe, Krämpfe in Füßen und Zehen

• Reizbarkeit

• Schwindel, Störungen der Bewegungskoordination

• Verringerte Leistungsfähigkeit

• Taubes Gefühl oder Kribbeln in Füßen und Händen durch Überreizen von Muskeln

• Absinken der Körpertemperatur

• Hoher Blutdruck

• Verstärkung der Regelschmerzen bei Schwangeren

• Osteoporose

Im Extremfall könnte es zu halbseitiger Lähmung, Delirium und Koma kommen.

Erhöhter Bedarf an Magnesium besteht während Schwangerschaft, während der Stillzeit, bei Empfängnisverhütung durch die Pille, bei körperlicher Aktivität, bei Stress und bei Konsum von Alkohol oder schwarzem Tee. Im Grunde erhöht sich der Bedarf immer dann, wenn verstärkt Flüssigkeit ausgeschieden wird, beispielsweise durch Erbrechen, Durchfall oder Wasserlassen. Auch die Einnahme von Medikamenten kann zu einem Mehrbedarf führen.

Sportler verlieren durch Schwitzen viel Magnesium. Ein geänderter Hormonhaushalt während der Schwangerschaft kann zu einem verstärkten Ausscheiden des Minerals über die Nieren führen. Diabetiker können unter Magnesiummangel leiden, da sie Mineralstoffe verstärkt über den Urin ausscheiden. Ältere Menschen nehmen wenig Flüssigkeit zu sich und sollten deshalb mehr Magnesium einnehmen. Chronische Darmentzündungen oder ein Mangel an Gallensäure können ebenfalls zu Magnesiummangel führen. Weitere mögliche Ursachen wären eine Schilddrüsenüberfunktion sowie Über- oder Untergewicht. Magnesiummangel wird auch oft durch zu einseitige Ernährung ausgelöst. In der Regel enthält sie zu viel Fett, Salz oder Zucker. Neben Darm- oder Nierenerkrankungen führen auch Diabetes 1 und 2 zu einer verstärkten Ausschwemmung von Magnesium über die Nieren.

Senioren bekommen bei Bluthochdruck oder Herzproblemen oft Diuretika zur Entwässerung verschrieben. Dies kann zur Ausschwemmung von Magnesium führen. Ebenso der häufige Gebrauch von Abführmitteln und harntreibender Medikamente. Während einer Erkrankung der Leber oder der Bauchspeicheldrüse sowie bei HIV oder Krebs kann Magnesium nur in vermindertem Maße aufgenommen werden. Dasselbe gilt bei Einnahme von Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI), die vor allem bei Magen- und Darmgeschwüren, Sodbrennen, Dyspepsie und als Magenschutz verschrieben werden. Selbst bei laufender Einnahme von Schmerzmitteln kann Magnesiummangel entstehen. Darüber hinaus ist es denkbar, dass durch Mutationen an den Genen die Aufnahme des Minerals über den Darm gestört ist.

Ein Mangel an Magnesium kann dazu führen, das auch nicht mehr genug Kalium und Calcium im Körper zur Verfügung steht. Mögliche Folgeerkrankungen sind Insulinresistenz aufgrund verminderter Insulinsensitivität der Körperzellen, Gallensteine, Asthma, Arteriosklerose, Osteoporose oder Karies. Auch die Entstehung von Übergewicht ist möglich, weil mehr Glucose im Körper verbleibt und in Fett umgebaut wird. Langfristige Auswirkungen eines Magnesiummangels können die Verkalkung von Gefäßen und Nieren sein. Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang zwischen einem zu niedrigen Magnesiumspiegel und Angina Pectoris, oder einem höheren Risiko für einen Herzinfarkt.

Wenn als Folge von Magnesiummangel die Speicher im menschlichen Körper erschöpft sind, kann die Erhöhung des Magnesiumspiegels mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln erfolgen. Hierbei ist aber Geduld erforderlich. Zusätzliches Mg kann nur dann im Körper gespeichert werden, wenn genug Moleküle für die Anbindung zur Verfügung stehen. Dies ist erst nach einer etwa einmonatigen Erhöhung des Magnesiumangebotes der Fall.

Nebenwirkungen

Die Einnahmeempfehlungen sollten immer beachtet werden. Eine Einnahme von über 300 mg täglich können bei empfindlichen Personen Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Eine Tagesdosis von mehr als 800 mg kann zu Durchfall führen. Eine Aufnahme von über 2500 mg täglich begünstigt die Entstehung einer Muskelschwäche.

Eine zu hoher Magnesiumspiegel kann auf einer gestörten Nierenfunktion oder einer zu hohen Magnesiumaufnahme durch Nahrungsergänzungsmittel basieren. Anzeichen können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Inkontinenz, Müdigkeit, Muskelschwäche, Herzstolpern, Reflexarmut, Lähmungserscheinungen, Störungen im Nervensystem, ein zu niedriger Blutdruck, Wahrnehmungsstörungen oder ein verlangsamter Herzschlag sein. Zur Behandlung einer Überdosierung ist Calcium hilfreich, das den Magnesiumabbau beschleunigt und die Nierenfunktion verbessert. Im Notfall wird die Einnahme von Diuretika erforderlich.

Nicht einnehmen sollte man Magnesium bei Neigung zu Harnwegsinfektionen, schweren Nierenfunktionsstörungen, Niereninsuffienz und Störung der Erregungsleitung im Herz (AV-Block). Magnesium sollte nicht zeitgleich mit der Pille genommen werden, da eine zu hohe Dosis Magnesium zu Durchfall führen kann, und die Pille dann nicht mehr richtig wirkt. Magnesium kann außerdem die Aufnahme von Eisen und Tetracyclinen (Gruppe der Breitspektrumantibiotika) stören. Für Kinder unter 4 Jahren sind Nahrungsergänzungsmittel auf Basis von Magnesium grundsätzlich nicht geeignet.

Anwendungsgebiete

Herzrhytmusstörungen

Magnesium und Kalium sind für die Bildung von Impulsen und deren Weitergabe an die Herzmuskeln verantwortlich. Ihre Aufgabe besteht in der elektrischen Stabilisierung der Herzzellen. Ein Mangel an beiden Mineralien kann die Herzmuskeln beschleunigen. Dies führt zu Herzstolpern durch zusätzliche Herzschläge. Kommt dies öfters vor, spricht man von Herzrhythmusstörungen. Ein extremer Mangel an Magnesium kann das lebensgefährliche Kammerflimmern begünstigen.

Kopfschmerzen und Migräne

Der Mangel an Migräne kann zu einer zu starken Erregung von Nerven- und Muskelzellen führen. Botenstoffe in den Nervenzellen werden nicht mehr in ausreichendem Maße weitergegeben, so dass Migräne entsteht. Studien zufolge leidet mehr als die Hälfte aller Migränepatienten an Magnesiummangel. Eine vorbeugende Einnahme von Magnesium kann dazu beitragen, Kopfschmerzen sowie die Häufigkeit, Stärke und Dauer der Migräneanfälle zu reduzieren.

Da ein Mangel an Magnesium auch zu Muskelverspannungen und einer übermäßigen Erregung des Nervensystems führt, kann die Zufuhr dieses Minerals in manchen Fällen die Ursachen für Kopfschmerzen bereits im Vorfeld beseitigen. Eine Verengung der Gefäße im Gehirn aufgrund eines zu niedrigen Magnesiumspiegels kann ebenfalls zur Entstehung von Migräneattacken beitragen.

Stress

Kurzfristig sorgt Stress für die Mobilisierung von Energiereserven. Ständiger Stress kann aber eine verstärkte Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol bewirken. Als Ergebnis beschleunigt sich der Herzschlag, der Blutdruck erhöht sich und die Muskeln verspannen. Durch den erhöhten Cortisolspiegel wird zugleich mehr Magnesium in die Blutbahnen geleitet und über die Nieren aus dem Körper ausgeschieden. Daher haben Menschen einen erhöhten Bedarf an diesem Mineral, wenn sie oft unter Stress stehen. Da aber Stress oft zu ungesunder und unausgewogener Ernährung führt, beginnt hier ein Teufelskreis.

Nervosität, Angst oder Stress können schneller entstehen, wenn die Erregungen in den Nervenbahnen aufgrund Magnesiummangels überhand nehmen. Umgekehrt kann die Einnahme von Magnesium bewirken, dass die Nerven stabilisiert und die Freisetzung von Cortisol und Adrenalin vermindert wird.

Arteriosklerose

Die Zufuhr von Magnesium kann die Verkalkung der Arterien reduzieren und einen positiven Einfluss auf den Blutfettspiegel ausüben. Hierdurch reduziert sich auch das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Das Mineral vermindert den LDL-Cholesterin-Spiegel, entspannt die Gefäße und senkt dadurch den Blutdruck. Es aktiviert Enzyme, die den Abbau des LDL-Cholesterins und der Triglyceride unterstützen und die Bildung von HDL-Cholesterin beschleunigen. Gleichzeitig fördert Magnesium die Ablagerung von Calcium in den Knochen, so dass weniger Calcium im Blut vorhanden ist. Dies reduziert die Verkalkung vorhandener Fettablagerungen in den Gefäßen.

Sodbrennen

Magnesium kann als basisches Mineral die Wirkung der Magensäure neutralisieren. Beim Sodbrennen wandert mit Magensäure vermengter Speisebrei in die Speiseröhre und kann sich bis in den Rachenraum auswirken. An sich besteht die Aufgabe der Säure in der Verdauung von Nahrung. Wenn die Spannung des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr ausreichend hoch ist, tritt die Magensäure aus und greift die empfindlichen Schleimhäute an. Magnesium bindet diese Säure und vermindert ihren stressbedingten Rückfluss in die Speiseröhre durch eine Förderung der Reizüberleitung zwischen Nerven und Muskeln. In diesem Zusammenhang sollte auch der Konsum von säurehaltigen Lebensmitteln reduziert werden, da sonst das Problem immer wieder von neuem entsteht. Bei länger andauerndem Sodbrennen ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um eine Grunderkrankung als Ursache auszuschließen.

Depressionen

Unter Umständen hat ein niedriger Magnesiumspiegel Einfluss auf die Auslösung von Depressionen. Zumindest ist es möglich, dass Magnesium die Symptome lindern und Müdigkeit oder Antriebslosigkeit im Winter reduzieren kann. Das Mineral hat Einfluss auf die Produktion des Glückshormons Serotonin und erhöht auf diese Weise den Serotoninspiegel. Oft führen Depressionen durch die verursachten Antriebsstörungen zu einer ungesunden Ernährung, so dass sich der Mangel an Magnesium noch verstärkt.

Schlafstörungen

Länger andauernde Schlafstörungen können die Konzentration und das Leistungsvermögen eines Menschen einschränken. Viele gängige Medikamente haben starke Nebenwirkungen oder können unter bestimmten Umständen abhängig machen. Hier kann die Einnahme von Magnesium helfen, wenn zuvor die Ursachen für den schlechten Schlaf durch einen Arzt abgeklärt wurden. Unter Umständen ist ein erhöhter Stresspegel nicht nur für Schlafstörungen verantwortlich, sondern löst gleichzeitig einen Mangel an Magnesium im Körper aus. Die erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führt zu verstärkter Ausscheidung von Magnesium über die Nieren. An diesem Punkt setzt sich eine Spirale in Gang, wobei der Magnesiummangel zu schlechtem Schlaf führt, und die daraus resultierende Gereiztheit und Unruhe für Stress und Krämpfe sorgt und den Bedarf an dem Mineral erhöht.

Magnesium vermindert die Bildung von Stresshormonen und bewirkt eine Entspannung der Muskeln und Nerven. Dadurch ist es möglich, nach einem anstrengenden Tag abends besser einzuschlafen.

Magnesiumverbindungen

Magnesiumchlorid

Magnesiumchlorid ist ein Mineralsalz und ein wichtiger Bestandteil des Meerwassers. Es wirkt positiv auf den Energiestoffwechsel im Körper. Magnesiumchlorid kommt als Abführmittel zum Einsatz, wird aber auch gegen Wadenkrämpfe und zur Verminderung der Wehentätigkeit eingesetzt. Es ist farb- und geruchlos, hat aber einen sehr bitteren Geschmack.

Als E 511 wird es durch die Verdunstung von Meerwasser gewonnen. Es sollte in luftdichter Verpackung aufbewahrt werden damit das leicht wasserlösliche Salz nicht verklumpt. Die Einnahme erfolgt aufgelöst in Wasser, wobei man insgesamt 2 Liter über den ganzen Tag verteilt trinken sollte, damit möglichst wenig des Minerals vom Körper unverarbeitet wieder ausgeschieden wird. Magnesiumchlorid kann auch für ein Fußbad eingesetzt werden, indem man 400 Gramm des Salzes in fünf Liter Wasser gibt.

Magnesiumöl

Bei diesem Produkt handelt es sich nicht um ein Öl, sondern um eine konzentrierte Magnesiumchloridlösung. Die Zusammensetzung besteht aus 3 Gramm Chlorid in 100 ml Wasser. Äußerlich angewendet, soll das Magnesiumöl über die Haut in den Blutkreislauf. Diese Art der Anwendung hat den Vorteil, dass sie keinen Durchfall bei hoher Dosierung verursacht. Magnesiumöl kann auf schmerzende Stellen direkt aufgetragen werden.

Das Produkt ist Badezusatz, Mundspülung zur Unterstützung des Zahnschmelzes, Spray, als Deodorant oder Fußbad erhältlich. Die Wirkung von Magnesiumöl über die Aufnahme durch die Haut ist nicht durch aussagekräftige Studien belegt. Als wässrige Lösung kann es im Gegensatz zu Öl nur sehr begrenzt über die Körperoberfläche aufgenommen werden und

dringt nicht tief in die Haut ein.

Magnesiumcitrat und Magnesiumoxid

Magnesium und ein Salz der Zitronensäure bilden zusammen Magnesiumcitrat. Der Magnesiumgehalt ist verhältnismäßig gering bei etwa 8 %. Es wird relativ schnell vom Körper wieder ausgeschieden und kann aus diesem Grund leere Depots nicht auffüllen. Dafür kann das Citrat schneller vom Körper aufgenommen werden und wird aus diesem Grund von Sportlern oder beim Auftreten von Muskelkrämpfen bevorzugt. Magnesiumcitrat beschleunigt die Aktivität des Darmes und wirkt damit gegen Verstopfung.

Magnesiumoxid ist eine anorganische Magnesiumverbindung, die auch unter der Bezeichnung Bittererde bekannt ist. Es ist auch als Tafelkreide aus der Schule bekannt und wird in der Lebensmittelindustrie als Säureregulator verwendet. Magnesiumoxid besitzt einen hohen Magnesiumgehalt von über 60 Prozent, ist aber nicht wasserlöslich und wird vom Körper nur langsam aufgenommen. Daher eignet es sich gut für eine Wiederauffüllung des Magnesiumspiegels. Haupteinsatzgebiet sind Verstopfung oder zur Neutralisierung der Magensäure. Bei Menschen mit einem empfindlichen Darm ist Magnesiumoxid die bessere Alternative zu Magnesiumcitrat.

Magnesiumcarbonat

Magnesiumcarbonat wird vom Körper nur langsam aufgenommen und ist als Pulver, Block oder flüssige Form erhältlich. Es handelt sich um Magnesium, das an das Salz der Kohlensäure gebunden ist Es kommt in Mineral- und Heilwassern vor, wo es zusammen mit Calciumkarbonat den Härtegrad bestimmt. Viele Medikamente gegen Sodbrennen enthalten Magnesiumcarbonat, da es zu den erfolgreichsten Säureblockern zählt. Es verbindet sich mit der Magensäure zu Magnesiumchlorid und Kohlendioxid, wobei das Kohlendioxid Blähungen auslösen kann. Kritiker wenden allerdings ein, dass die Bindung der Magensäure schädlichen Keimen zu einer besseren Überlebensfähigkeit verhilft.

Magnesiumcarbonat wird unter der Bezeichnung Magnesia oder Chalk äußerlich angewendet und sorgt auf diese Weise bei Sportlern für erhöhte Griffigkeit der Hände. Als Nebeneffekt soll es die Schweißbildung bei Sport mindern. In der Lebensmittelindustrie wird die Substanz als Säureregulator, Trennmittel und Trägerstoff eingesetzt.

Magnesiummalat

Magnesiummalat ist eine Verbindung mit dem Salz der Apfelsäure, die sich im Körper besonders gut aufspalten lässt. Die Einnahme wird besonders bei ständiger Müdigkeit und fehlendem Antrieb empfohlen. Es findet auch als Schmerzmittel Verwendung und ist grundsätzlich gut verträglich. Durch die Förderung der Energieproduktion kann Magnesiummalat zu unruhigem Schlaf führen.

Magnesiumsulfat

Auch Bittersalz genannt, wirkt das gut wasserlösliche Magnesiumsulfat gegen Verstopfung. als Abführmittel genutzt. Es kann Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall auslösen. Magnesiumsulfat verhindert Krampfanfälle bei Schwangerschaft und soll die Gefahr einer Frühgeburt reduzieren. Es wird auch zum Entschlacken des Körpers und während des Heilfastens eingesetzt.

Für die tägliche Einnahme ist Bittersalz nicht geeignet. Es darf auch nicht zeitgleich mit anderen Medikamenten eingenommen werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Äußerlich angewendet trocknet Magnesiumsulfat als Pulver Pickel oder Furunkel aus. Mit Wasser vermischt wirkt es gegen Akne. Ein warmes Bad mit Bittersalz kann bei Herpes hilfreich sein.

Magnesiumstearat

Magnesiumstearat besteht zu 96 % aus Stearinsäure und enthält nur sehr wenig Magnesium. Es kommt oft bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln zum Einsatz, da es ein genaues Abfüllen kleiner Mengen ermöglicht und bei industrieller Abfüllung eine Verschmutzung der Maschinen verhindert. Magnesiumstearat steht im Verdacht, das menschliche Immunsystem zu schwächen und die Bildung von Blasensteinen zu begünstigen. Auch soll es bei Medikamenten und Nahrungsergänzungsmittel die Aufnahme der Wirkstoffe verlangsamen.

Magnesiumorotat

Magnesiumorotat ist eine Verbindung von Magnesium mit dem Salz der Orotsäure. Der Magnesiumanteil liegt bei dieser Substanz nur bei etwa 7 %. Magnesiumorotat ist als Kapsel, Tablette oder Dragee erhältlich. Es wird häufig als Entspannungs- und Beruhigungsmittel angeboten und kommt darüber hinaus vorwiegend bei Herz-, und Kreislauferkrankungen zum Einsatz. Magnesiumorotat bewirkt eine Entspannung der Muskeln und besitzt Herz schützende Eigenschaften. In Verbindung mit Kalium erhöht sich die Resorption der Zellen.

Möglicherweise hat Magnesiumorotat eine positive Wirkung bei Patienten, die an Herzinsuffizienz leiden. Diese wird durch eine Schwächung des Herzmuskels verursacht, so dass der Körper über das Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Magnesiumorotat könnte das durch Sauerstoffmangel geschädigte Gewebe unterstützen und die Energiezufuhr zum Herzmuskel verbessern.

Magnesiumglycinat

Hier handelt es sich eine Verbindung von Magnesium mit der Aminosäure Glycin. Als organisch gebundene Substanz ist es besonders gut verträglich. Magnesiumglycinat hat eine anti-entzündliche Wirkung. Es hilft bei Stress und unruhigem Schlaf und wirkt im zentralen Nervensystem beruhigend. Das enthaltene Glycin schützt die Schleimhäute und sorgt dadurch für eine bessere Verträglichkeit. Dies führt dazu, dass das aufgenommene Magnesium nicht sofort wieder durch verursachten Durchfall verloren gehen. Darüber hinaus wirkt sich Glycin als Aminosäure positiv auf die Erregbarkeit der Muskeln aus. Auf diese Weise kann es einen positiven Beitrag zur Behebung von Schlafstörungen leisten.