Eisenmangel – Anämie – Blutarmut ▷ Alle Antworten!

Eine der weltweit häufigsten Formen des Nährstoffmangels ist ein Defizit an Eisen. Doch warum kommt diese Mangelerscheinung so häufig vor? Wer ist besonders gefährdet und wie können Sie Ihren Eisenstatus optimieren? Hier finden Sie alle Antworten zum Thema Eisen!

Was ist Eisen überhaupt?

Es handelt sich dabei um ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst produzieren kann und deshalb muss dieses mit der Nahrung zugeführt werden. Eisen ist essenziell, das bedeutet, dass wir diesen Mineralstoff zum Überleben benötigen. Die Abkürzung „Fe“ steht für das lateinische Wort „Ferrum“ und lässt sich wiederum in Eisen übersetzen. Sehr viele überlebensnotwendige Prozesse des Körpers würden ohne Eisen nicht funktionieren, deshalb werfen wir hier einen genaueren Blick auf die Thematik!

Aufgaben und Arten von Eisen

Die wohl bekannteste Aufgabe des Eisens ist der Sauerstofftransport. Im Blut finden wir die roten Blutkörperchen, die auch Erythrozyten genannt werden. Diese beinhalten den roten Blutfarbstoff, der auch den Namen Hämoglobin trägt. Eisen ist ein wesentlicher Bestandteil des Hämoglobins und kann an Sauerstoffmoleküle binden, wodurch das Eisen jetzt als Träger für den Sauerstofftransport fungiert.

Des Weiteren ist Eisen ein wesentlicher Bestandteil des Muskeleiweißes Myoglobin. Dieses Protein ist für den Sauerstoffspeicher im Muskelgewebe und ebenso für die rötliche Muskelfärbung verantwortlich. Es hat eine sogar weitaus höhere Sauerstoffaffinität als das Hämoglobin. Außerdem wird Eisen zur Bildung des Blutes im Knochenmark gebraucht. Rund 70 % des aufgenommenen Eisens wird dafür benötigt.

Speicher und Kreislauf

Der Mensch hat Eisenspeicher, auch Gesamtkörpereisen genannt. Diese Speicher können ungefähr 4 bis 5 Gramm Eisen speichern. Die Speicherkapazitäten für Eisen im Körper finden sich in Milz, Knochenmark und in der Leber. Rund 75 % des Eisens finden wir in biologisch aktiven Verbindungen wie Hämoglobin, Myoglobin oder in bestimmten Enzymen. Dieses Eisen wird auch Körpereisen genannt und es befindet sich in einem ständigen Kreislauf. Es dauert ganze 120 Tage, bis die roten Blutkörperchen ausgedient haben und wieder abgebaut werden. Das Eisen der roten Blutkörperchen wird schließlich in den Körperkreislauf abgegeben und kann wieder verwendet werden. Die restlichen 25 % werden Speichereisen genannt und sind Reserven, die keine biologische Aktivität aufweisen. Hier finden wir das Eisen in Ferritin, Hämosiderin und Transferrin. Pro Tag verliert der Mensch ca. 1 – 2 mg Eisen durch Urin, Schweiß und abgeschabte Körperzellen. Täglich werden durch die Nahrung ungefähr 10 bis 20 mg aufgenommen, wobei nur ein Bruchteil davon wirklich absorbiert werden kann.

Welche Arten von Eisen gibt es?

Je nach Nahrungsquelle unterscheidet man zwischen zweiwertigem und dreiwertigem Eisen. Wir finden zweiwertiges Eisen in tierischen Lebensmitteln. Dieses wird besser vom Körper resorbiert als pflanzliches Eisen, welches die Bezeichnung „dreiwertiges Eisen“ trägt. Vom Körper kann allerdings nur zweiwertiges Eisen absorbiert werden, deshalb muss dreiwertiges Eisen im Dünndarm umgewandelt werden. Dennoch stellen pflanzliche Lebensmittel sehr gute Eisenquellen dar, wenn Sie in genügenden Mengen und unter Beachtung der richtigen Zubereitung konsumiert werden.

Wo finde ich Eisen?

Eisen kann pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein. Alle tierischen Quellen enthalten im Durchschnitt zwar mehr Eisen, das besser für den Körper verfügbar ist, allerdings ist es genauso einfach, den Eisenstatus durch pflanzliche Kost optimal zu versorgen. Hier sehen Sie die Top-Quellen aus dem Reich der tierischen Lebensmittel:

• Fleisch

• Austern

• Eigelb

• Sardinen

Das Eisen aus tierischen Quellen kommt als sogenanntes „Hämeisen“ vor und dieses wurde in einigen Studien bereits mit gesundheitlich abträglichen Auswirkungen wie kanzerogene Aktivitäten in Zusammenhang gebracht.

Die Eisenquellen aus dem Pflanzenreich stellen gute Quellen dar:

• Hülsenfrüchte

• Pilze

• Vollkornproduke

• Kürbiskerne

• Pistazien

• Rosinen

• Getrocknete Aprikosen u. v. m..

Wieviel Eisen brauche ich?

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt eine tägliche Eisenzufuhr von 10 mg für Männer und 15 mg pro Tag für Frauen. Schwangere Personen sollten 30 mg Eisen pro Tag zuführen und stillende Frauen ca. 20 mg. Für Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden, gelten leicht erhöhte Zufuhrempfehlungen für Eisen.

Die tägliche Eisenmenge ist bei genügender Gesamtenergiezufuhr meistens leicht zu erreichen. Bereits kleine Modifikationen der alltäglichen Ernährung, wie der Austausch von Weißmehlprodukten durch weniger stark verarbeitete Vollkornprodukte können einen Unterschied ausmachen.

Eisenmangel: Welche Personen sind besonders betroffen?

Alle Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich regelmäßig mit Ihrem Eisenstatus beschäftigen, da Sie durch die Menstruation 1 – 2 mg Eisen täglich verlieren können. Bei Verdacht auf Eisenmangel sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, damit durch eine Blutabnahme bestimmt werden kann, wie Ihr momentaner Eisenstatus ist. Außerdem benötigt der Körper abhängig vom derzeitigen Lebensabschnitt unterschiedlich hohe Mengen an Eisen. Treiben Sie beispielsweise mehr Sport oder Schwitzen Sie mehr als bisher, werden Sie mehr Eisen benötigen. Folgende Gruppen werden dennoch als Risikogruppen für Eisenmangel klassifiziert:

Frauen mit starker oder normaler Menstruation

• Ältere Personen

• Sportler

• Säuglinge, Kinder und Jugendliche

• Personen, die unter Absorptionsstörungen leiden

• Veganer/Vegetarier

• Blutspender

Eisenmangel: Welche Symptome können auftreten?

Eine frühzeitige Diagnose eines Eisenmangels kann sehr wichtig sein, da es in weiterer Folge zu einer Anämie kommen kann. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die auch „Blutarmut“ bezeichnet wird. Ungefähr 80 Prozent aller Anämien werden durch eine Unterversorgung an Eisen ausgelöst und könnten durch die richtigen Maßnahmen verhindert werden. Bei einer Anämie haben die betroffenen Personen einen verminderten Hämoglobin-Gehalt oder einen zu niedrigen Anteil der Erythrozyten am Blutvolumen. Die Folge daraus ist eine geringe Transportkapazität des Sauerstoffs.

Leider lassen sich viele betroffene Personen erst spät von einem Arzt behandeln, da viele Symptome im hektischen Alltagsleben verwechselt werden können und erst zu spät auf die Eisenversorgung geachtet wird. Des Weiteren wird in Deutschland und Österreich ein Mangel leider oft übersehen, da das System eher auf die Erkennung späterer Symptome ausgelegt ist und daher kann es unter Umständen bereits zu einer Anämie gekommen sein. Hier sehen Sie die häufigsten Symptome, die bei einem Eisenmangel auftreten können:

• Müdigkeit, Schwäche, Abgeschlagenheit

• Schwierigkeiten bei der Konzentration

• Haarausfall

• Brüchige Nägel

• Schlafstörungen

• Ängstlichkeit

• Vergesslichkeit

• Blässe

• Atemprobleme

• „Restless-Legs-Syndrom“ (Bewegungsdrang der Beine)

Wie wird ein Eisenmangel ausgeglichen?

Bei Verdacht auf Eisenmangel sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Personen, die Symptome eines Eisenmangels nicht ernst nehmen und zu spät agieren, laufen Gefahr, Ihre Gesundheit dauerhaft zu schädigen. Die notwendigen Maßnahmen sollten von einem Arzt verordnet und überwacht werden, damit auch der gewünschte Erfolg erzielt werden kann. Im Wesentlichen gibt es drei Möglichkeiten, einen Eisenmangel zu therapieren:

• Vermehrte Zufuhr von eisenreichen Lebensmitteln

• Präparate zur oralen Einnahme (Tablette)

• Eiseninfusion bei sehr starken Mangelerscheinungen

Ist es möglich, zu viel Eisen zuzuführen?

Der Körper möchte immer eine gewisse Balance behalten. Essen Sie mehr Eisen als notwendig, reguliert der Körper die Aufnahme und wird effektiv weniger absorbieren. Nehmen Sie zu wenig Eisen auf, wird er versuchen, so viel wie möglich zu resorbieren. Allerdings sollte trotzdem vorsichtig mit der Supplementation von Eisen umgegangen werden.

Es gibt Personen, die von Geburt an eine gestörte Eisenaufnahme haben. Dieser Gendefekt wird Hämochromatose genannt. Dabei wird übermäßig viel Eisen im Darm resorbiert. Bei chronischer Anämie kann es vorkommen, dass die betroffenen Personen mit Eisen überversorgt sind. Das liegt daran, dass bei der Behandlung dieser Krankheit Bluttransfusionen eingesetzt werden. Diese können die tägliche Eisenaufnahme auf das 10 bis 20-fache anheben. Folgende Krankheiten können durch zu viel Eisen ausgelöst werden:

• Leberzirrhose, Leberfibrose

• Herzprobleme

• Diabetes

• Depressionen

• Gelenksschmerzen u. v. m.

So optimieren Sie die Eisenabsorption

Generell sollten Personen, die zu einer gefährdeten Gruppe für Eisenmangel zählen, ein Auge auf Ihre tägliche Ernährung werfen, damit Ihre Eisenwerte optimiert werden können. Es ist belegt, dass Phytate einen negativen Einfluss auf die Eisenabsorption haben. Phytate finden Sie in Kaffee sowohl als auch in Tee und manchen anderen pflanzlichen Lebensmitteln. Daher sollten Personen, die Probleme mit Ihrem Eisenstatus haben, diese Getränke 30 Minuten vor und nach jeder Mahlzeit vermeiden.

Sie können Ihre Eisenabsorption allerdings auch verbessern. Durch den Konsum von eisenhaltigen Lebensmitteln zusammen mit einer Vitamin C Quelle steigern sie die Menge an Eisen, die effektiv vom Organismus aufgenommen werden kann. Dies ist vor allem für Vegetarier und Veganer wichtig, da so pflanzliche Eisenquellen dadurch besser absorbiert werden können. Es zwar nicht unbedingt notwendig, jedes Mal Vitamin C in Kombination mit Eisen zuzuführen, um optimal versorgt zu sein, allerdings ist es im täglichen Leben sicher keine schlechte Idee, sich an diesen Tipp zu halten, da ohnehin mehr Vitamin C konsumiert werden sollte.

Auch organische Säuren sowie der Konsum von fermentierten Lebensmitteln können Ihre Eisenabsorption stark verbessern. Sie sollten auch bedenken, dass das Kochen von Lebensmitteln die molekulare Struktur der Proteine aufbrechen kann und somit die Arbeit der Verdauungsenzyme erleichtert wird, was wiederum die Absorption verbessern kann.